THC (Tetrahydrocannabinol)
Auch bekannt als: Delta-9-THC, Δ9-THC, Dronabinol
Kurz erklärt
THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) ist das wichtigste psychoaktive Cannabinoid der Cannabispflanze und der pharmakologisch wirksame Bestandteil der meisten medizinischen Cannabisblüten und -extrakte in Deutschland.
THC bindet primär an den CB1-Rezeptor im zentralen Nervensystem und vermittelt analgetische, antiemetische, appetitsteigernde, muskelrelaxierende und psychotrope Effekte. Medizinisch wird THC bei chronischen Schmerzen, Spastik (insbesondere multipler Sklerose), Tumorkachexie, Chemotherapie-induzierter Übelkeit, ADHS und Schlafstörungen eingesetzt. Die Bioverfügbarkeit hängt stark von der Applikationsform ab: inhaliert (Vaporisation) liegt sie bei rund 25–35 %, oral nur bei 6–15 %, dafür wirkt die orale Form deutlich länger. Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Mundtrockenheit, Tachykardie und in höheren Dosen Angstzustände. Als isolierter Wirkstoff ist THC in Deutschland als Rezepturarzneimittel Dronabinol verfügbar.
Verwandte Begriffe
CBD (Cannabidiol) ist das zweithäufigste Cannabinoid der Hanfpflanze. Es wirkt nicht psychotrop, hat aber entzündungshemmende, anxiolytische und antikonvulsive Eigenschaften und wird häufig in Kombination mit THC verschrieben.
Der CB1-Rezeptor ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor und der häufigste Cannabinoid-Rezeptor im zentralen Nervensystem. Seine Aktivierung durch THC vermittelt die psychotropen, analgetischen und appetitsteigernden Effekte.
Dronabinol ist der internationale Freiname für teilsynthetisch hergestelltes Delta-9-THC und in Deutschland als Rezepturarzneimittel (Öl, Kapseln, Inhalat) verfügbar.
Der Entourage-Effekt beschreibt das Phänomen, dass das Zusammenspiel mehrerer Cannabinoide und Terpene eine stärkere oder ausgewogenere Wirkung erzielt als ein isolierter Einzelwirkstoff.
Die Bioverfügbarkeit gibt den Anteil eines Wirkstoffs an, der unverändert in den systemischen Kreislauf gelangt. Bei Cannabinoiden hängt sie stark von der Applikationsform ab.
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Quellen
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