Dronabinol
Kurz erklärt
Dronabinol ist der internationale Freiname für teilsynthetisch hergestelltes Delta-9-THC und in Deutschland als Rezepturarzneimittel (Öl, Kapseln, Inhalat) verfügbar.
Dronabinol wird typischerweise als ölige Lösung 2,5 % in einer Tropfdosierung von 1–3 × 2,5 mg verordnet und langsam austitriert. Vorteile gegenüber Blüten: standardisierte Dosierung, kein Inhalationsaufwand, präzise Anpassung. Nachteile: langsamer Wirkungseintritt (60–120 min), starker First-Pass-Effekt, höhere Stückkosten pro mg THC. Dronabinol gilt nach AMG als Fertigarzneimittel-äquivalent und wird häufig von gesetzlichen Kassen erstattet.
Verwandte Begriffe
THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) ist das wichtigste psychoaktive Cannabinoid der Cannabispflanze und der pharmakologisch wirksame Bestandteil der meisten medizinischen Cannabisblüten und -extrakte in Deutschland.
Der First-Pass-Effekt bezeichnet die Verstoffwechslung eines oral aufgenommenen Wirkstoffs in Darm und Leber, bevor er in den systemischen Kreislauf gelangt. Bei oralem THC entsteht dabei der psychoaktive Metabolit 11-OH-THC.
Titration ist die schrittweise Anpassung der Dosis bis zur individuell wirksamen und gut verträglichen Tagesdosis. Bei Cannabis-Therapie gilt das Prinzip 'start low, go slow'.
Medizinisches Cannabis ist in Deutschland rezeptpflichtig. Die Verschreibung kann seit dem MedCanG auf normalem Kassen-, Privat- oder elektronischem Rezept erfolgen – ein BtM-Rezept ist nicht mehr nötig.
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