First-Pass-Effekt
Kurz erklärt
Der First-Pass-Effekt bezeichnet die Verstoffwechslung eines oral aufgenommenen Wirkstoffs in Darm und Leber, bevor er in den systemischen Kreislauf gelangt. Bei oralem THC entsteht dabei der psychoaktive Metabolit 11-OH-THC.
11-Hydroxy-THC ist 2–3× psychotroper als Δ9-THC und durchdringt die Blut-Hirn-Schranke schneller. Das erklärt die unter Umständen stärkere subjektive Wirkung oraler Präparate trotz geringerer Bioverfügbarkeit. Sublinguale, bukkale und inhalative Applikation umgehen den First-Pass-Effekt weitgehend.
Verwandte Begriffe
Die Bioverfügbarkeit gibt den Anteil eines Wirkstoffs an, der unverändert in den systemischen Kreislauf gelangt. Bei Cannabinoiden hängt sie stark von der Applikationsform ab.
Bei oraler Einnahme (Kapseln, Edibles, Tropfen) werden Cannabinoide über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und durchlaufen den First-Pass-Effekt der Leber. Wirkungseintritt 60–120 min, Wirkdauer 6–10 h.
Bei sublingualer Anwendung wird das Präparat unter die Zunge gegeben und über die Mundschleimhaut resorbiert. Sie umgeht den First-Pass-Effekt und wirkt schneller als rein orale Einnahme.
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