Edible (orales Cannabispräparat)
Kurz erklärt
Edibles sind orale Cannabispräparate wie Pastillen, Gummies oder Hartkapseln mit standardisierter THC- bzw. CBD-Dosis. In Deutschland sind sie als Rezeptur- oder Fertigarzneimittel erhältlich.
Edibles haben eine niedrige Bioverfügbarkeit (6–15 %), aber lange Wirkdauer (6–10 h). Wirkungseintritt erst nach 60–120 min, was ein erhöhtes Risiko für versehentliche Überdosierung birgt – langsame Titration ('start low, go slow') ist obligat. Häufig genutzt bei nächtlichen Symptomen, chronischen Schmerzen und für Patienten, die nicht inhalieren wollen oder können.
Verwandte Begriffe
Die Bioverfügbarkeit gibt den Anteil eines Wirkstoffs an, der unverändert in den systemischen Kreislauf gelangt. Bei Cannabinoiden hängt sie stark von der Applikationsform ab.
Der First-Pass-Effekt bezeichnet die Verstoffwechslung eines oral aufgenommenen Wirkstoffs in Darm und Leber, bevor er in den systemischen Kreislauf gelangt. Bei oralem THC entsteht dabei der psychoaktive Metabolit 11-OH-THC.
Titration ist die schrittweise Anpassung der Dosis bis zur individuell wirksamen und gut verträglichen Tagesdosis. Bei Cannabis-Therapie gilt das Prinzip 'start low, go slow'.
Bei oraler Einnahme (Kapseln, Edibles, Tropfen) werden Cannabinoide über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und durchlaufen den First-Pass-Effekt der Leber. Wirkungseintritt 60–120 min, Wirkdauer 6–10 h.
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